Freitag 01.12.2023, um 19:30 Uhr
Galerie Fantom in Berlin
Hektorstraße 9-10, 10711 Berlin
(Nähe Adenauerplatz)
Bloß nicht durchdrehen - gemeinsam sind wir stark!
"Transport des Schwejk ins Deutsche"
LESUNG-VORTRAG-MUSIK-DISKUSSION
Hundert Jahre seit dem Tod Jaroslav Hašeks. Wir erinnern an den Bohemien, Satiriker, kurzzeitigen bolschewistischen Kommissar in Sibirien, später in Prag Gründer der „Partei des maßvollen Fortschritts im Rahmen des Gesetzes“.
In der dritten unserer Schwejk-Veranstaltungen richten wir neben der Thematik der Übersetzungen ins Deutsche das Augenmerk auf Schwejks Abenteuer in Polen bzw. Galizien nahe der russischen Front.
Der tschechische Regisseur und Schriftsteller Petr Manteuffel liest Ausschnitte aus dem Text und erörtert die Schwierigkeiten der Übersetzungen ins Deutsche.
Der Historiker Prof. Dr. Stephan Lehnstaedt gibt einen Abriss der polnischen Geschichte sowie der damaligen Situation an der Front, und die Sängerin Marta Angela Vávrová singt Lieder aus dem „Schwejk“.
Im ostpolnischen Sanok ging Schwejk ins Bordell seinen Vorgesetzten Leutnant Dub suchen; die Gasse, in der das Haus steht, haben die heutigen Stadtverordneten von Sanok mit wunderbarer Ironie Die Gasse des braven Soldaten Szwejk benannt. In Przemyszl wurde Schwejk der Prozess wegen Hochverrats gemacht. In beiden Städten steht bzw. sitzt nun eine Schwejk-Statue. Mehr noch als die Polen haben die Tschechen unter jahrhundertlanger österreichischer, deutscher und russischer Herrschaft einen hintergründigen schwarzen Humor entwickelt, der aus existenzieller Erfahrung erwächst. Dieser wäre es wert, tonnenweise in den Westen exportiert zu werden.
Landestypische Speisen und Getränke warten auf Sie - EINTRITT FREI
Deutsch-Tschechische und -Slowakische Gesellschaft e.V.
mit
Deutsch-Polnische Gesellschaft Bundesverband e.V.
Petr Manteuffel - Konzept, Regie
Geboren in Prag, Studium der Medizin und der Theaterregie, zahlreiche Inszenierungen von Schauspiel über Bewegungstheater bis Oper in Kassel, Koblenz, Berlin, Münster. Feuilletons für Standard (Wien) und Berliner Zeitung, Autor des Dokuromans „Der Mann, der die Frauen-Europameisterschaft gewann“, Stipendiat des literarischen Fonds der Visegrad-Länder.
Prof. Dr. Stephan Lehnstaedt
ist Professor für Holocaust-Studien und Jüdische Studien an der Touro University Berlin. Vorher arbeitete er u.a. in Warschau am Deutschen Historischen Ins:tut. Seine Tä:gkeitsfelder umfassen die Geschichte der beiden Weltkriege, den Holocaust und dessen Wiedergutmachung. Aufsätze und Bücher von ihm liegen in sieben Sprachen vor.
Er ist unter anderem Vorsitzender des wissenschaTlichen Beraterkreises der S:Tung Flucht, Vertreibung, Versöhnung, übte außerdem wiederholt eine beratende Tä:gkeit für den Bundestag aus. Mit seinen Studenten kura:ert er Ausstellungen für Berliner GedenkstäIen und Museen. Für seine Verdienste ist er in Polen mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt worden.
Marta Angela Vávrová, Gesang
Studierte am Konservatorium von České Budějovice (Budweis). Sie widmet sich sowohl der Ernsten Musik, als auch dem traditionellen Liedschaffen ihrer südböhmischen Heimat. Sie trat u.a. mit dem slowakischen Kammerorchester Bohdan Warchals auf, machte Aufnahmen mit dem Ensemble Musica Bohemica für das Prager Label Panton. Vávrová inszenierte musikalische Programme für Funk und Fernsehen, aber auch Sakralmusik in den Klosteranlagen von Zlatá Koruna und Vyšší Brod. 2004 wirkte sie an mehreren Produktionen der 5. Biennale grenzüberschreitender zeitgenössischer Kunst in Linz und in Český Krumlov mit.
Mein Unternehmen ist mehr als ein Job. Darum ist mir wichtig, dass jedes neue Projekt auch zu mir und meinen Werten passt. Denn nur so kann ich die besten Ergebnisse erziele
Foto
Impressionen
1. Dezember 2023
Galerie FANTOM, Berlin
Fotografie: Zuzana Richter
Ludwig Norz
Das Projekt wird gefördert durch: